22. Dezember 2008
In den vergangenen Tagen ist viel über das Attentat auf Alois Mannichl, den Passauer Polizeichef, geschrieben worden. Vielfach wurde die neue Qualität der rechtsextremen Gewalt betont, die sich gezielt gegen Einzelne richtet, um deren Engagement gegen Extremismus zu verhindern und auch andere abzuschrecken. Dies ist tatsächlich sehr besorgniserregend - neu ist diese Taktik allerdings nicht. Vielmehr müssen Menschen, die sich gegen Extremismus engagieren, auch in Deutschland vielerorts damit rechnen eingeschüchtert und persönlich bedroht zu werden. Sei es in Form sogenannter Antifa- oder Anti-Antifa-Internetseiten, auf denen persönliche Daten zu politischen Gegnern abrufbar sind, oder in der Form des Nachstellens und der direkten Gewaltandrohung oder -ausübung. Der größte Teil der Einschüchterungen findet dabei nicht den Weg in die mediale Öffentlichkeit.
Wichtig ist nun, dass das gesamte Ausmaß des Problems in der Gesellschaft wahrgenommen wird, und zwar nicht nur bezogen auf den letzten Angriff gegen Alois Mannichl, sondern im Kontext all der Drohungen und Einschüchterungen, denen engagierte Bürger ausgesetzt waren und sind. Überregionale mediale Aufmerksamkeit wecken zumeist nur die besonders brutalen Taten der Extremisten, wie zum Beispiel auch die feige Ermordung Theo van Goghs durch einen islamischen Fundamentalisten, während die Breitenwirkung der Einschüchterungstaktiken vielerorts durch weniger spektakuläre, aber für die Gesellschaft ebenso gefährliche, Aktionen extremistischer Täter erzielt wird. Es bleibt also zu hoffen, dass das Thema nicht direkt wieder in der medialen Versenkung verschwindet, sondern dass die Solidarität mit Alois Mannichl auch allen anderen Opfern der Einschüchterungstaktik der Extremisten jedweder Art hilft, ihr vorbildliches Engagement weiterzuführen.
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